Das Flusskreuzfahrtschiff 

Hier findest du Informationen und Fakten rund um das Flusskreuzfahrtschiff selbst. Diese können maßgeblich bei der Wahl des Schiffes und der Lage der Kabine entscheidend sein. 
Vieles kann man nicht wissen, wen man es noch nicht selbst erlebt hat. Deshalb liegt mir dieser Bereich besonders am Herzen. Er soll euch dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.

Lets begin ...

Flusskreuzer nach Maß

Kabinenfahrgastschiffe (KFGS) werden in verschiedenen europäischen Ländern gefertigt.

Unter anderem in der Neptun Werft in Rostock oder beiVahali Shipyards in Serbien.

Die "Maßgeber" der Flussschiffe

Brücken, Schleusen und die Tiefe der Flüsse verleihen den Flusskreuzfahrtschiffen ihr Aussehen. Dabei werden die maximalen Maße grundsätzlich ausgereizt, um den Betrieb der Schiffe so wirtschaftlich wie möglich führen zu können.

Nicht länger als...

...die kürzeste Schleuse im vorgesehenen Fahrgebiet

Nicht breiter als...

...die schmalste Schleuse im Fahrtgebiet.

Nicht höher als...

...die niedrigste zu passierende Brücke.

Nicht tiefer liegend als...

...die flachste zu passierende Stelle im Routenverlauf. 

135 x 11.4 x 1.8 160-220 PAX


Entsprechend der gegebenen Kriterien ist das durchschnittliche Flusskreuzfahrtschiff 135m lang, 11.4m breit und hat einen Tiefgang von ca. 1.8m. Darüber hinaus verfügen die Schiffe in der Regel über 4 Decks. Im Schnitt finden zwischen 160 und 220 Passagiere an Bord platz.
Schiffe mit diesen Ausmaßen sind flexibel einsetzbar und können grundsätzlich alle geeigneten Flüsse befahren wie z.B. Rhein, Main, Mosel, Donau.

nice to know...

Die nachfolgenden Beispiele zeigen, welchen Situationen man an Bord regelmäßig begegnet. Diese sind vielen "Ersttätern" im Vorfeld nicht bekannt und sorgen entsprechend für Begeisterung aber auch für Verwunderung.

Schleusen

Die Durchfahrt von Schleusen gehört zu einer jeden Flusskreuzfahrt. Je nach Fluss und der entsprechenden Länge der Reise werden mal mehr und mal weniger Schleusen durchquert. 
Hierbei kann es dann doch schon einmal etwas rumpeln und zucken. Vor allem nachts kann es in der Kabine hell werden, durch die Schleusenbeleuchtung. Auch auf den Pieren der Schleuse können einen durchaus wütende, brütende Vögel anmeckern und so die nächtliche Ruhe unterbrechen.

Gesperrte Decks

Hin und wieder muss auf der Reise  das Sonnendeck durch die Crew gesperrt und alles dort befindliche umgelegt, eingefahren oder abgeklappt werden. Warum? 
Um unter den besonders niedrigen Brücken im zu befahrenden Streckenverlauf hindurch zu passen. Nicht selten Zentimeterarbeit. Je Nach Fahrtgebiet ist das Sonnendeck oft gesperrt oder nur teilweise nutzbar.  Dies betrifft verstärkt Reisen auf dem Main, aber auch auf der Rhone war das Sonnendeck Bereichsweise oft gesperrt.

Pegelstände


Mutter Natur kann in diesem Fall erbarmungslos sein. Besonders im Frühjahr kämpfen die Schiffe regelmäßig mit zu hohen Pegelständen, was die Unterquerung von Brücken zum Problem werden lässt. Hin und wieder müssen Routen neu angepasst werden, geplante Häfen im verwehrten Routenabschnitt werden gestrichen, mit etwas Glück ersetzt durch eine Alternative. 

Im Sommer ist der Spieß genau umgedreht: Trockenperioden, ausbleibender Regen sorgen für niedrige Pegelstände. Gelegentlich so niedrig, dass Schiffe auf Grund laufen können. Teilabschnitte -besonders auf dem Rhein- können unpassierbar werden.

Reedereien sind erprobt und routiniert, was die spontane Organisation von alternativen Häfen und entsprechenden Ausflügen vor Ort angeht.  Auch unvorhergesehenes gehört zur ein oder anderen Reise dazu...

"Im Päckchen" liegend

Eine absolut coole Sache für Flusskreuzfahrten ist, dass man in Häfen mit begrenzter Anlegekapazität und großem Schiffsaufkommen nebeneinander anlegt. 
So können sich die Passagiere dann durch das andere Schiff den Weg an Land bahnen. An hochfrequentierten Tagen können auch 3-5 Schiffe nebeneinander festmachen.
Durch das seitliche Festmachen haben natürlich im Umkehrschluss die Passagiere auf dieser Seite keinen Ausblick mehr, sie schauen auf die Außenseite des anderen Schiffes.

Entsprechend behutsam sollten morgens die Vorhänge geöffnet werden um nicht z.B. im Nachtgewand am Fenster stehend, die Passagiere des danebenliegenden Schiffes im Restaurant zu unterhalten...

Auch kommt es in dieser schmalen "Gasse", die sich zwischen den Schiffen bildet, vermehrt zu Geruchsbelästigung durch Küchenabluft oder Maschinenraumbelüftung und Abgasrohre. Es empfiehlt sich, während der Liegezeit die Balkontüre geschlossen zu halten. 

Winterpause

Ja, Flusskreuzfahrtschiffe fahren saisonal.
Nach der Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel endet in der Regel für die meisten Flusskreuzfahrtschiffe die Saison und sie beziehen ihr Winterquartier. Geschützte Bereiche in Häfen wie z.B. auf dem nebenstehenden Bild zu erkennen. In diesem Fall handelt es sich um das Winterquartier von Viking River Cruises im Niehler Hafen in Köln.

Die Schiffe verweilen in der Regel von Januar bis Anfang April in ihrem Winterquartier. Anschließend erwachen sie wieder zum leben, werden fit gemacht für die kommende Saison und begeben sich anschließend auf Positionierungsfahrt in ihr entsprechendes Fahrtgebiet. 

Durch den saisonalen Einsatz der Schiffe entsteht ein Ungleichgewicht bei Angebot und Nachfrage was zu schnell ausgebuchten Reisen im Voraus führt. Schnell sein ist hier von Vorteil.